Glossar · Produktion & Fertigung

Lohnherstellung (Auftragsfertigung)

Lohnherstellung (englisch Contract Manufacturing) bezeichnet die Produktion von Waren im Auftrag eines anderen Unternehmens: Der Lohnhersteller fertigt nach Rezeptur und Spezifikation des Auftraggebers, der das Produkt anschließend unter eigener Marke vertreibt. Verbreitet ist sie bei Nahrungsergänzungsmitteln, Functional Food und Kosmetik — Branchen, die in Deutschland und Europa jährlich mehrere Milliarden Euro Umsatz erzielen — oft als Private-Label-Produktion.

Lohnherstellung oder Private Label — was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Ebenen. Lohnherstellung ist der Oberbegriff für jede Produktion im Kundenauftrag. Private Label (Eigenmarke / Handelsmarke) ist eine konkrete Ausprägung davon — der Auftraggeber verkauft das Produkt unter seiner eigenen Marke.

Lohnherstellung (Oberbegriff)

Ein Betrieb produziert im Auftrag — sei es ein einzelner Produktionsschritt (z. B. nur die Verkapselung) oder das komplette Endprodukt. Die Rezeptur kann vom Auftraggeber oder vom Lohnhersteller stammen.

Private Label (Ausprägung)

Das fertige Produkt trägt die Eigenmarke des Auftraggebers. Jede Private-Label-Fertigung ist Lohnherstellung — aber nicht jede Lohnherstellung mündet zwingend in eine Handelsmarke.

In welchen Branchen ist Lohnherstellung verbreitet?

Auftragsfertigung ist überall dort gefragt, wo Markeninhaber ohne eigene Produktion verkaufen wollen — oder wo spezialisierte Fertigungstechnik nötig ist. Besonders häufig sind diese Felder:

Nahrungsergänzung (NEM)

Kapseln, Tabletten, Pulver und Liquids — Verkapselung, Tablettierung und Abfüllung im Kundenauftrag mit strengen Spezifikationen.

Functional Food

Angereicherte Lebensmittel, Riegel und Getränke mit funktionalem Zusatznutzen — produziert für Markeninhaber ohne eigene Anlage.

Kosmetik

Cremes, Seren und Pflegeprodukte — gemischt und abgefüllt nach Rezeptur des Auftraggebers, häufig als Private Label.

Allein der deutsche Markt für Nahrungsergänzungsmittel wuchs zwischen Februar 2024 und Februar 2025 um knapp 10 Prozent auf 4,28 Milliarden Euro (IQVIA-Daten, zitiert nach Verbraucherzentrale, 2026) — Wachstum, das viele Markeninhaber über Lohnhersteller statt eigene Anlagen abdecken. Der europäische Kosmetikmarkt erzielte 2025 einen Einzelhandelsumsatz von 110 Milliarden Euro, Deutschland allein 18,0 Milliarden Euro (Cosmetics Europe, 2025).

Welche Software brauchen Lohnhersteller?

Wer für viele Auftraggeber parallel produziert, braucht eine Software, die fremde Rezepturen sauber trennt, jede Charge rückverfolgt und die Qualitätsdokumentation direkt im Prozess erfasst. Standard-ERP-Systeme bilden das nur mit Aufwand ab. Wie stark die Produktvielfalt allein bei Nahrungsergänzungsmitteln wächst, zeigt die Zahl der beim BVL angezeigten Produkte: Sie hat sich von 5.493 (2014) auf 27.472 (2024) etwa verfünffacht (BVL, Statistik 2014–2025) — jedes einzelne Produkt mit eigener Rezeptur, Charge und Spezifikation, die ein Lohnhersteller sauber trennen muss.

  • Kundengetrennte Aufträge und Spezifikationen — ohne Datenvermischung
  • Versionierte Rezepturverwaltung für fremde Rezepte mit Freigabestand
  • Lückenlose Chargenrückverfolgung samt Rückruf-Simulation
  • HACCP- und CAPA-Dokumentation; Audit-Export für IFS/BRC/ISO 22000 geplant Geplant

Batchify ist genau auf diesen Fall zugeschnitten — mehr dazu auf der Seite ERP für Lohnhersteller.

Häufige Fragen zur Lohnherstellung

Was ist Lohnherstellung?

Lohnherstellung (auch Auftragsfertigung oder Contract Manufacturing) bedeutet, dass ein Betrieb Produkte im Auftrag eines anderen Unternehmens herstellt. Der Lohnhersteller fertigt nach Rezeptur und Spezifikation des Auftraggebers, der das fertige Produkt anschließend unter eigener Marke vertreibt.

Was ist der Unterschied zwischen Lohnherstellung und Private Label?

Lohnherstellung beschreibt allgemein die Produktion im Kundenauftrag. Private Label ist eine konkrete Ausprägung davon: Der Lohnhersteller produziert ein Produkt, das der Auftraggeber unter seiner eigenen Handelsmarke verkauft. Jede Private-Label-Fertigung ist Lohnherstellung, aber nicht jede Lohnherstellung mündet in eine Handelsmarke.

In welchen Branchen ist Lohnherstellung verbreitet?

Besonders häufig sind Lohnhersteller bei Nahrungsergänzungsmitteln (NEM), Functional Food und Kosmetik tätig — etwa durch Verkapselung, Abfüllung, Mischen oder Tablettierung. Auch in Pharma, Chemie und der allgemeinen Lebensmittelproduktion ist Auftragsfertigung üblich.

Welche Software brauchen Lohnhersteller?

Lohnhersteller benötigen eine Software, die Aufträge, Rezepturen und Spezifikationen pro Auftraggeber getrennt verwaltet, Chargen lückenlos rückverfolgt und die QS-Dokumentation (HACCP) im Prozess erfasst. Batchify ist genau dafür gebaut; ein Audit-Export für IFS, BRC und ISO 22000 ist geplant.

Quellen

  • Verbraucherzentrale (zitiert IQVIA-Marktdaten) — Drei von vier Personen kaufen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel, 2026. verbraucherzentrale.de
  • Cosmetics Europe — Branchenzahlen des europäischen Kosmetik- und Körperpflegemarkts, 2025. cosmeticseurope.eu
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) — Statistik der Anzeigen nach § 5 NemV, 2014–2025. bvl.bund.de

Lohnherstellung in einem System.

In 30 Minuten zeigen wir Batchify an Ihren echten Aufträgen, Rezepturen und Chargen — kundengetrennt und audit-fähig.

Demo buchen
Demo buchen