Mock Recall durchführen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Ein Mock Recall ist ein simulierter Produktrückruf: Sie wählen eine ausgelieferte Charge, verfolgen sie rückwärts zu allen Rohstoffen und vorwärts zu allen Empfängern, gleichen die Mengen ab und messen die benötigte Zeit. Das Protokoll ist Ihr Nachweis bei Audits nach IFS Food, BRCGS und ISO 22000 — in sechs Schritten erklärt.
Was ist ein Mock Recall — und warum üben?
Ein Mock Recall (auch Rückrufübung oder Rückrufsimulation) ist ein dokumentierter Probelauf für den Ernstfall. Ohne dass tatsächlich Ware zurückgeholt wird, prüfen Sie, ob Ihr System die Frage beantworten kann: Wenn eine bestimmte Charge betroffen wäre — finden wir alle eingesetzten Rohstoff-Lose und alle belieferten Kunden vollständig und schnell genug?
Der Wert des Übens liegt in der Geschwindigkeit. Ein echter Rückruf entscheidet sich oft in Stunden, nicht Tagen. Wer den Ablauf vorher geübt und Lücken im Chargenbaum geschlossen hat, grenzt im Ernstfall eng ein, statt sicherheitshalber die gesamte Produktion zurückzurufen. Der Mock Recall ist damit zugleich Probe und Qualitätskontrolle der eigenen Rückverfolgbarkeit.
Probe für den Ernstfall
Erst unter Zeitdruck zeigt sich, ob der Chargenbaum trägt. Die Übung deckt Lücken auf, bevor sie in einer echten Krise teuer werden.
Audit-Nachweis
Das Protokoll eines dokumentierten Tests ist bei IFS Food, BRCGS und ISO 22000 ein fester Prüfpunkt — ohne Nachweis keine Konformität.
Warum fordern IFS Food und BRCGS einen dokumentierten Test?
Die gesetzliche Pflicht zur Rückverfolgbarkeit ergibt sich in der EU aus Artikel 18 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 — dem Prinzip „eine Stufe vorwärts, eine Stufe zurück". Doch ein System auf dem Papier nützt wenig, wenn es im Ernstfall nicht funktioniert. Genau hier setzen die privaten Zertifizierungsstandards an.
Standards wie IFS Food, BRCGS und ISO 22000 verlangen deshalb den regelmäßigen, dokumentierten Test der Rückverfolgbarkeit — typischerweise mindestens einmal jährlich, inklusive Vorwärts- und Rückwärts-Trace sowie einer Mengenbilanz. Der Test belegt, dass der Betrieb nicht nur Daten erfasst, sondern sie im Krisenfall auch in vertretbarer Zeit zu einer vollständigen Liste betroffener Lose und Empfänger zusammenführen kann.
Das Gesetz fordert Rückverfolgbarkeit. Die Standards fordern den Beweis, dass sie funktioniert. Der dokumentierte Mock Recall ist dieser Beweis — und gleichzeitig die beste Vorbereitung auf einen realen Rückruf.
Wie führe ich einen Mock Recall durch?
Ein vollständiger Mock Recall läuft in sechs Schritten ab — von der Planung über den beidseitigen Trace bis zum Protokoll. Wichtig: Die Zeitmessung beginnt mit der Auswahl der Charge und endet, wenn alle betroffenen Lose und Empfänger benannt sind.
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1
Test planen und Szenario festlegen
Wer nimmt teil, welches Szenario wird simuliert (z. B. verunreinigter Rohstoff oder fehlerhafte Kennzeichnung) und welche Zielzeit gilt für das Auffinden aller betroffenen Lose?
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2
Test-Charge auswählen
Wählen Sie eine reale, bereits ausgelieferte Charge eines Endprodukts. Halten Sie Chargennummer und Produktionsdatum exakt fest — und starten Sie jetzt die Zeitmessung.
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3
Rückwärts zu den Rohstoffen verfolgen
Welche Rohstoff-Lose, Halbfabrikate und Lieferanten gingen in diese Charge ein? Notieren Sie jedes eingesetzte Los mit seiner eigenen Chargennummer.
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4
Vorwärts zu den Empfängern verfolgen
In welche weiteren Endprodukte ging die Charge und an welche Kunden, Lieferadressen und mit welchen Lieferscheinen wurde sie ausgeliefert?
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5
Mengenbilanz abgleichen
Gleichen Sie die produzierte Menge mit ausgeliefert + auf Lager + Schwund/Ausschuss ab. Geht die Bilanz nicht auf, gibt es eine Lücke in der Rückverfolgbarkeit.
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6
Zeit messen und Ergebnis dokumentieren
Stoppen Sie die Zeit und protokollieren Sie Datum, Personen, Szenario, gefundene Lücken und Korrekturmaßnahmen. Dieses Protokoll ist Ihr Audit-Nachweis.
In Batchify lässt sich genau dieser Ablauf mit dem Rückruf-Simulator abbilden: Sie wählen eine Charge, und das System spiegelt vorwärts und rückwärts die betroffenen Lose und Empfänger aus dem laufenden Chargenbaum — die Eingrenzung passiert in der Übung wie im Ernstfall an einer Stelle. Ein automatischer Audit-Export für IFS, BRCGS oder ISO 22000 ist in Vorbereitung (Roadmap).
Was gehört in das Mock-Recall-Protokoll?
Das Protokoll ist der eigentliche Audit-Nachweis. Es sollte den gesamten Test nachvollziehbar abbilden, damit ein Auditor das Ergebnis ohne Rückfragen prüfen kann.
- Rahmendaten: Datum, Uhrzeit, simuliertes Szenario und alle beteiligten Personen mit ihrer Rolle.
- Trace-Ergebnis: die gewählte Test-Charge sowie die vollständigen Listen aus Rückwärts- und Vorwärts-Trace.
- Mengenbilanz: produzierte Menge gegen ausgeliefert, auf Lager und Schwund — und ob die Bilanz aufgeht.
- Benötigte Zeit: gemessene Dauer vom Start bis zur vollständigen Liste, verglichen mit der Zielzeit.
- Lücken & Maßnahmen: gefundene Schwachstellen und konkrete, terminierte Korrekturmaßnahmen.
Ein gut geführtes Protokoll macht Fortschritt sichtbar: Über mehrere Tests hinweg zeigt sich, ob benötigte Zeit und gefundene Lücken kleiner werden — der beste Beleg für ein reifendes Rückverfolgbarkeitssystem.
Häufige Fragen zum Mock Recall
Was ist ein Mock Recall?
Ein Mock Recall ist ein simulierter Produktrückruf, also ein dokumentierter Rückverfolgbarkeitstest auf dem Papier oder im System, ohne dass tatsächlich Ware zurückgeholt wird. Ausgehend von einer Charge wird geprüft, ob sich alle eingesetzten Rohstoff-Lose und alle belieferten Empfänger vollständig und in vertretbarer Zeit auffinden lassen.
Warum verlangen IFS Food und BRCGS einen dokumentierten Mock Recall?
Zertifizierungsstandards wie IFS Food, BRCGS und ISO 22000 fordern einen dokumentierten Rückverfolgbarkeitstest, weil ein funktionierendes System erst im Ernstfall zählt. Der Test belegt, dass ein Betrieb betroffene Lose vorwärts und rückwärts lückenlos und schnell genug eingrenzen kann, bevor eine echte Krise eintritt.
Wie oft sollte man einen Mock Recall durchführen?
Gängige Standards verlangen mindestens einen dokumentierten Mock Recall pro Jahr. Viele Betriebe testen halbjährlich oder zusätzlich bei jeder relevanten Prozess- oder Rezepturänderung. Empfehlenswert ist, abwechselnd unterschiedliche Produkte und Szenarien zu prüfen.
Was gehört in das Mock-Recall-Protokoll?
In das Protokoll gehören Datum und Uhrzeit, das simulierte Szenario, die gewählte Test-Charge, die beteiligten Personen, das Ergebnis von Rückwärts- und Vorwärts-Trace, die Mengenbilanz, die benötigte Zeit, gefundene Lücken sowie die abgeleiteten Korrekturmaßnahmen.
Wie unterstützt Batchify einen Mock Recall?
Batchify bildet den vollständigen Chargenbaum vom Rohstoff-Wareneingang bis zum ausgelieferten Endprodukt ab. Der integrierte Rückruf-Simulator zeigt zu einer gewählten Charge auf Knopfdruck die betroffenen Lose und Empfänger vorwärts und rückwärts an, sodass sich ein Mock Recall mit aktuellen Daten durchführen lässt.
Mock Recall üben — an Ihren echten Chargen.
In einer Live-Demo zeigen wir Ihnen, wie der Rückruf-Simulator von Batchify eine Charge vorwärts und rückwärts auflöst.
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